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Analoge Fotografie 2

Analog Teil 2

Wie im ersten Teil schon angekündigt, habe ich mir diverse Komponenten des Rolleiflex 6000er Systems zugelegt. Eine SLX hatte ich schon einmal in den frühen 80ern und dann später nochmal. Über Details des Systems berichte ich in einem anderen Beitrag.

Im Fachhandel (FOTO-IMPEX) habe ich mir das “Mindest-Equipment” für die Negativ-Entwicklung zugelegt. Perceptol-Entwickler, Adox-Fixierer, Adox-Stoppbad, zwei Flaschen für den angesetzten Entwickler und Fixierer, ein Thermometer. Messbecher, mehrere Mensuren und ein paar Klammern um den Film zum trocknen aufzuhängen hatte ich noch.
Eine Entwicklungsdose JOBO 1520 hatte ich mir schon vorher über Kleinanzeigen besorgt. Was ich noch per Zufall bekommen habe, war ein “Wechselkasten” zum einlegen des Films in die Entwicklungsdose bei totaler Dunkelheit, ansonsten wäre mir nur der Kauf eines Wechselsacks geblieben. Der Kasten war früher Bestandteil einer Fuji-Frontier Entwicklungs-Maschine.

Mein erster analoger Foto-Tag war ein verschneiter Tag. Trotz des eingebauten Belichtungsmessers in der SLX, wollte ich meinen Gossen Handbelichtungsmesser (Profisix) mitnehmen, leider war die Batterie alle und ich durfte mich komplett auf die Belichtungsmessung der Kamera verlassen.
Den Film, einen Ilford FP4 einzulegen war für mich kein Thema, ist aber bei der Kamera auch sehr einfach. Das spiegelverkehrte fokussieren über Lichtschacht war mir ja bekannt, aber nach all den Jahren doch sehr ungewohnt.

Ich hab bei einer kleinen Runde, drei Motive eingesammelt und der Film mit 12 Bildern war dann auch schon voll. Zuhause habe ich dann den belichteten Film und die JOBO-Dose in den Wechselkasten gelegt und mit dem einfädeln angefangen. Im dunkeln habe ich die Ecken des Films mit einer Schere angeschnitten um das einfädeln zu vereinfachen, leider habe ich zu viel angeschrägt und dadurch das Gegenteil erreicht.
Als nächstes habe ich den Perceptol Entwickler nach Anleitung angesetzt. Das ist recht einfach, zwei verschiedene Pulver werden nacheinander mit 40° Wasser nacheinander verrührt, danach muss der Ansatz auf eine sinnvolle Arbeitstemperatur von ca. 20° runterkühlen.

Ich verwende den Entwickler im 1+3 Ansatz als einmal Entwickler. Für das Berechnen der Entwicklungszeiten benutze ich eine Entwicklungs-App. Hier kann ich den Film-Typ, die belichtete Empfindlichkeit, die Temperatur sowie den Bewegungs-Rythmus eingeben. Ich bewege die Dose in den ersten 30 Sekunden dauerhaft, danach nach jeder Minute für 10 Sekunden.  Der Entwickler wurde jetzt in 1+3 im Messbecher bei 20°angesetzt und nach starten der Handy-App in die Dose eingefüllt und wie eben beschrieben bewegt.
In den Bewegungspausen habe ich Zeit, das Stoppbad mit 1+19 anzusetzen und den Fixierer.

Der ganze Prozess findet bei mir Zuhause in der Badewanne statt, so kann ich anschließend auch gleich alles gründlich ausspülen.

Nach den nun ca. 20 min Entwicklungszeit wird der Entwickler in eine leere Flasche für die spätere Entsorgung umgefüllt. Anschließend mit dem Stoppbad der Entwicklungsprozess gestoppt.. Wichtig ist, das alle Flüssigkeiten die annähernd gleiche Temperatur haben, da sonst das sog. Runzelkorn entstehen könnte. Das Stoppbad, welches nur aus verd. Essigsäure besteht wird nach wenigen sek. wieder entsorgt. Das anschliessende einfüllen des Entwicklers ist dann nicht ganz so zeitproblematisch. Einfüllen, kurz Dose aufschlagen wegen Luftblasen und dann für ca. 6min stehen lassen. Der Fixierer ist mehrfach verwendbar und wird anschliessend wieder in die Flasche gefüllt. Anzahl der Verwendungen merken bis der Fixierer aufgebraucht ist. Anschliessend kann die Dose geöffnet werden um den Film ausgiebig zu wässern. ich dreh und bewege die Spule und wechsle oft das Wasser ..bis zu acht mal. In die letzte spülung kommt ein Tropfen Spülmittel. Das verhindert Kalktropfen und lässt den film geschmeidiger abtropfen und trocknen. Der Film wird dann aus der Spule genommen und mit irgendwelchen klammern zum trocknen aufgehangen. Wenn der Film dann trocken ist geht es weiter. ins Positiv-Labor.

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